Ängste annehmen denn sie gehören zu uns

Die Zunahme von Angst ist eine gesellschaftliche Herausforderung, die sich in den nächsten Jahren weiter in allen Altersschichten fortsetzen wird. Die Umstände, die Angst in uns auslösen, können wir meist nur schwer ändern. Wir können aber uns, unsere innere Ruhe und unsere innere Widerstandskraft weiterentwickeln. Dabei unterstützt eine gelebte Form der Achtsamkeit das Annehmen und das Loslassen von starken Emotionen um gelassen und resilient in herausfordernden Zeiten zu agieren.  

The increase in anxiety is a social challenge that will continue in all age groups in the coming years. It is usually difficult to change the circumstances that trigger fear in us. But we can develop ourselves, our inner peace and our inner resilience. A lived form of mindfulness supports the acceptance and release of strong emotions in order to act calmer and more resilient especially in challenging times. 

 

 

Ängste annehmen denn sie gehören zu uns!

Angst ist eine Emotion die gerade in schwierigen Zeiten wie diesen enorm zunimmt. Es ist eine der größten Veränderungen, die wir in unserer Gesellschaft in allen Altersschichten beobachten können – auch in unseren Kindern.Angst ist eine Emotion, die unser Denken und Handeln enorm beeinflusst und beeinträchtigt. Ein Auslöser dafür sind die Auswirkungen der sog. VUCA-Welt – eine Welt die geprägt ist durch Volatilität (volatility), Unsicherheit (uncertainty), Komplexität (complexity) und Mehrdeutigkeit (ambiguesness). Dinge, die gestern noch galten, sind morgen bereits hinfällig, wir sind in vielen Bereichen (privat und beruflich) einer großen Unsicherheit ausgesetzt und unser Leben hat einen extrem hohen Grad an Komplexität erreicht.
Unsere Lebensumstände stehen also unseren inneren Bedürfnissen wie Stabilität, Gewissheit, Überschaubarkeit und Eindeutigkeit diametral entgegen. Diese Divergenz erzeugt in unserem Gehirn permanente Stressreaktionen. Hier kommen dann noch die Stressoren des Alltags, wie etwa Familie, Beruf oder Umweltbelastungen dazu. Unter chronischen Belastungen wird unser präfrontaler Cortex in seiner Funktion stark eingeschränkt bzw. deaktiviert. Das ist der Bereich im menschlichen Gehirn, der uns eigentlich befähigt unter schwierigen Bedingungen rational zu denken, souverän oder gelassen zu sein. Stattdessen findet die Stress Evaluation in der Amygdala, einem Teil des limbischen Systems statt, unserem Emotions-Zentrum. Das erklärt, warum wir emotional auf kleinste Reize reagieren und unter anderem auch Ängste entstehen. Verstärkt wird diese Reaktion dann oftmals noch durch individuelle Eigenschaften und Prägungen aus unserer Erziehung.  Damit haben wir keinen Zugriff mehr in einer Stress-Situation auf ein lösungsorientiertes Denken.

Haben wir Angst oder sind wir die Angst?
Nimmt eine Emotion so sehr besitzt von uns, dass sie Tag und Nacht präsent ist, dann haben wir nicht mehr nur eine Emotion – wir sind die Emotion. Die Folge sind enorme Energieverluste und der Verlust unserer Lebensqualität. Die Frage ist: Wie können wir besser mit diesen Emotionen umgehen?
Insbesondere in akuten Phasen, in denen wir permanent Gedankenspiralen aus Angst ausgesetzt sind, hilft das sog. «Journaling». Schreibe Dir alle Deine Gedanken auf, gerade auch inmitten der Nacht, wenn Du wieder einmal aufgewacht bist oder wach liegst und nicht mehr einschlafen kannst. Dies ermöglicht Dir nicht nur einfacher loszulassen, sondern führt auch zu der Erkenntnis, dass in den meisten Fällen Deine Befürchtungen und Szenarien gar nicht eintreten. Journaling bietet eine realistische Sichtweise auf das, was wirklich passiert und das was wir uns in unseren Gedanken ausmalen.

Akzeptanz und Loslassen durch gelebte Achtsamkeit
Es geht bei Gefühlen wie Angst besonders um deren Akzeptanz. Grundsätzlich hat sie die Funktion, uns auf etwas aufmerksam zu machen. Meistens weist sie uns darauf hin, dass etwas was uns wichtig ist nicht erfüllt ist. In Zusammenhang mit Angst oder Ängstlichkeit ist das vielleicht das Bedürfnis nach Sicherheit, Vorhersagbarkeit, Perspektive.
Angst ist ein wichtiger Teil unseres Lebens, eine grundlegende Überlebensfunktion, die uns vorsichtig und aufmerksam macht.
Jeder von uns hat Emotionen, sie gehören zu unserem Leben dazu! Nimm Deine Emotionen wahr und höre darauf was sie Dir sagen wollen, was gerade außer Balance bei Dir ist. Gehe dabei liebevoll mit Dir um – die Emotionen dürfen sein! Und schaue dann darauf, was Du brauchst und tun kannst, was Deine sonstigen Handlungsoptionen sind. Es ist wichtig Angst als Emotion anzunehmen, sich aber gleichzeitig nicht von ihr vereinnahmen zu lassen. Neben dem Annehmen, der Akzeptanz von Angst gehört dann auch das Loslassen. Dabei unterstützen Dich besonders Achtsamkeitsübungen im Alltag. Diese verändern bei einer regelmässigen Ausübung die Reizschwelle der Amygdala, sodass die Intensität der Emotionen deutlich verringert wird.

Start where you are! 
Use what you have! 
Do what you can! 

 

 

Accepting anxiety as a part of us

Anxiety is an emotion that increases enormously especially in difficult times like these. It is one of the biggest changes we can observe in our society at all ages - even in our children. Anxiety is an emotion that influences and affects our thinking and acting significantly. One of the triggers for this are the effects of the so-called VUCA world - a world that is characterized by volatility, uncertainty, complexity and ambiguity. Things that were valid yesterday will be obsolete tomorrow, we are exposed to great uncertainty in many areas (private and professional) and our lives have reached an extreme high level of complexity.
Our living conditions are diametrically opposed to our inner needs such as stability, certainty and clarity. This divergence creates permanent stress reactions in our brain. Here, the stressors of everyday life, such as family, job or environmental pollution are added. Under chronic stress our prefrontal cortex is severely restricted or deactivated in its function. This is the area in the human brain that actually enables us to think rationally under difficult conditions, to be sovereign or calm. Instead, stress evaluation takes place in the amygdala, a part of the limbic system, our emotional center. This explains why we react emotionally to the smallest stimuli and why, among other things, anxiety arises. This reaction is then often intensified by individual characteristics and imprints from education.  This means that in a stressful situation we no longer have access to solution-oriented thinking.

 

Do we have anxiety or are we the anxiety?
If an emotion takes possession of us so much that it is present day and night, then we no longer have an emotion - we are the emotion. The consequences are a significant energy loss and the loss of our quality of life. The question is: How can we better deal with these emotions?
Especially in acute phases, in which we are permanently exposed to thought spirals of fear, the so-called "journaling" helps. Write down all your thoughts, especially in the middle of the night, when you have woken up again or when you are lying awake and cannot fall asleep again. This not only makes it easier for you to let go, but also leads to consciousness that in most cases your anxiety and scenarios will not happen. Journaling offers a realistic view of what is really happening and what we imagine in our minds.
Acceptance and letting go through lived mindfulness
Dealing with feelings such as anxiety need particularly their acceptance. Basically, emotions have the function of making us aware of something. Mostly it points out that a need that is important to us is not fulfilled. In connection with fear or anxiety, this may be the need for security, predictability, perspective.
Anxiety is an important part of our lives, a basic survival function that makes us careful and attentive.

Each of us has emotions, they are part of our live! Perceive your emotions and listen to what they want to tell you, try to perceive what is out of balance. Deal lovingly with yourself - the emotions are allowed! And then look at what you need and can do, what your other options are. It is important to accept anxiety as an emotion, but at the same time not to let yourself be taken over by it. Besides accepting this emotion, you also have to let go. Regular mindfulness exercises in your everyday life will support this ability. Regular exercises then one day lower the threshold of amygdala so that the intensity of the emotions is significantly reduced.

Start where you are! 
Use what you have! 
Do what you can!